Frühchen brauchen eine starke Lobby
02.10.2003 09:19
Wiener Grüne fordern bessere medizinische Versorgung von Neugeborenen und ihren Müttern. Lesen Sie unsere Ideen für die sozial-medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Die Grünen fordern eine sinnvolle Planung der perinatalen Versorgung für die gesamte Region: Das Angebot sollte nach Grundversorgung, Schwerpunkt-Abteilungen und Perinatalzentren strukturiert und die Risikogeburten bessere koordiniert werden.
Insbesondere das AKH soll entlastet werden von Routineversorgungsaufgaben in der Geburtshilfe und seine Kapazitäten in erster Linie für Risikopatientinnen bereitstellen. Die Kapazitäten der neonatologischen Abteilung soll dem zu erwartenden Ausmaß an Frühgeburten besser entsprechen. Im AKH sind die 32 neonatologischen Betten regelmäßig über 90% ausgelastet. Das bedeutet, dass es zeitweise zu einer Überbelegung kommt. Zudem sind immer wieder einige dieser Betten wegen Personalmangel gesperrt.
Die Folge: Antenataltransporte müssen vom AKH abgewiesen und die Patientinnen ins SMZ Ost weitergeleitet werden. Noch häufiger ist der Fall, dass Neugeborene von der Mutter getrennt und in ein anderes Spital gebracht werden müssen, weil im AKH keine Beatmungsplätze frei sind.
Was wir erreichen wollen
- Einrichtung einer zentralen Koordinationsstelle aller neonatologischen Betten, damit Antenataltransporte unverzüglich richtig geleitet werden können und damit die Belastungen für Mutter und Kind so gering wie möglich gehalten werden.
- Erstellung eines Österreichweiten Gesundheitsplanes für Kinder- und Jugendheilkunde
- Einrichtung eines Institutes zur Sicherung/Weiterentwicklung der medizinischen Qualität für den Fachbereich Kinder- und Jugendheilkunde mit jährlicher Berichtspflicht gegenüber dem Nationalrat.
- Gleichstellung der Behandlung von organischen Erkrankungen und psychischen Störungen, auch hinsichtlich der Finanzierung und des Zugangs.
- Ausrichtung der Leistungen der Univ. Kliniken für Kinder und Jugendheilkunde auf seltene, komplizierte und chronische Erkrankungen.
- Transparenz: regelmäßige Veröffentlichung von qualitativen und quantitativen Leistungsdaten (z.B. Anzahl der durchgeführten Operationen, Mortalitätsdaten, Wiederaufnahme, Dauer der Intensivbehandlung...).
- Konzentration: Selten zu erbringende Leistungen haben auf einen/wenige Standorte konzentriert zu sein.
- Beseitigung von Unterversorgung insbesondere für seltene und chronische Erkrankungen und für die Bereiche Physio-, Ergo-, Logo- und Psychotherapie.
- Abschaffung aller Selbstbehalte für Kinder und Jugendliche.
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